Aktuelles aus der Wehr


Jahreshauptversammlung bei der Freiwilligen Ortsfeuerwehr Emlichheim vom 20.01.2012

Brandschutzbedarfsplan in 2011 verabschiedet, zwei neue Fahrzeuge für die Emlichheimer Wehr in 2013

Feuerwehr in Laar weiterhin ein Thema

(H.G.)Jahresberichte, Wahlen, Ehrungen, Neuaufnahmen und Beförderungen standen auf der diesjährigen Tagesordnung der Versammlung der Freiwilligen Ortsfeuerwehr Emlichheim. Nach der Begrüßung durch den Ortsbrandmeister Reinhard Peters, Grußworte vom Gemeindebrandmeister Uwe Rex und der neuen Bürgermeisterin der Gemeinde Emlichheim Sigrun Ernsting-Mittelstädt, verlas Peters den Jahresbericht.

In 2011 hatte die Wehr 26 Einsätze abzuarbeiten, welche sich in 13 Brandeinsätze, 13 technische Hilfeleistungen, 9 Fehlalarme von Brandmeldeanlagen und Übungen aufteilten. Insgesamt wurden inkl. Ausbildung, Übungen und Einsätze 4500 Stunden geleistet. 48 Kameraden gehören der Einsatzabteilung an. In der Alters- und Ehrenabteilung sind 13 Kameraden. An Lehrgängen auf Kreis- und Landesebene nahmen 20 aktive Mitglieder in 2011 teil. Im vergangenen Jahr wurde ein gebrauchtes Mannschaftstransporfahrzeug angeschafft. In 2013 sollen zwei weitere Fahrzeuge die Schlagkraft der Emlichheimer Wehr verbessern, dieses wurde beim Brandschutzbedarfsplan deutlich. Geplant ist ein Hilfeleistungs-Löschfahrzeug 20/16, er wird das Tanklöschfahrzeug von 1992 und den Gerätewagen mit Zubehör von 1984 ersetzten. Für den Schlauchwagen soll ein Gerätewagen-Logistik 2 kommen. Da der Bedarfsplan auch eine Feuerwehr in Laar vorsieht, was aber noch sicherlich einige Zeit dauern wird, wurden erste Gespräche mit der niederländischen Feuerwehr Gramsbergen geführt. Vorgesehen ist ein ähnlicher grenzüberschreitender Rettungsvertrag, den es schon seit einigen Jahren mit der Feuerwehr Coevorden gibt.

Vom Ortsbrandmeister Peters wurden Niklas Thien und Jan Klompmaker zum Oberfeuerwehrmann, und Ralf Jansen zum Hauptfeuerwehrmann befördert. Andre Helweg und Ingo Lübbermann wurden zum Feuerwehrmann ernannt. Neu aufgenommen in der Wehr wurden Jens Wiechmann, Timo Peters und Kai Bolmer. Alwin Batterink wurde zum Kassenprüfer gewählt.

Jugendfeuerwehrwart Albert Paul berichtete über die Jugendfeuerwehr. Die Jugendfeuerwehr besteht momentan aus 16 Jungen und 3 Mädchen. Im Jahr 2011 leistete die Jugendfeuerwehr insgesamt 123 Dienststunden. Die Jugendfeuerwehr nahm 6 Tage an einem Kreiszeltlager in Suddendorf teil. Beim Kreisjugendfeuerwehrtag in Georgsdorf erreichte die Emlichheimer Jugendfeuerwehr einen guten dritten Platz.

Heinrich Friese, Sprecher der Alters und Ehrenabteilung, berichtete über die zahlreichen Aktivitäten im Jahr 2011. Zum einen haben die Emlichheimer Altgedienten sich zur Aufgabe gemacht, viermal im Jahr die Außenanlagen des Feuerwehrhauses sauber zu halten. Auch an den Klönnachmittagen der Altgedienten Kameraden des Landkreises nahmen sie regelmäßig teil.  

v.l.n.r.

Bürgermeisterin Sigrun Ernsting-Mittelstädt,Jan Klompmaker,Niklas Thien,Jens Wiechmann,Ralf Jansen,Andre Helweg,Ingo Lübbermann,Timo Peters,Gemeindebrandmeister Uwe Rex und Ortsbrandmeister Reinhard Peters

Foto:Feuerwehr Emlichheim/H.Gosink


„Drei Feuerwehren reichen nicht“

Gutachter für Standort in Laar – Handlungsbedarf in Hoogstede

In der Samtgemeinde Emlichheim sollte es langfristig vier Standorte mit Feuerwehren geben. Zu diesem Fazit kommt ein Gutachter in einem Bedarfsplan für den Brandschutz. Der vierte Standort sollte in Laar aufgebaut werden. Zudem sieht der Berater einen akuten Handlungsbedarf, die Platzprobleme im Gerätehaus der Ortswehr Hoogstede zu lösen und eine Absauganlage für Abgase einzubauen.

Von Manfred Münchow - Emlichheim. „Da haben wir ja einiges ins Stammbuch geschrieben bekommen“, bemerkt der Vorsitzende des Rates der Samtgemeinde, Gerhard Trüün, nachdem Jochen Siepe von der Rinke Unternehmensberatung aus Wuppertal den von ihm erarbeiteten Brandschutzbedarfsplan für die Samtgemeinde vorgestellt hat. Das Interesse ist groß. Mitglieder der Feuerwehren und des Deutschen Roten Kreuzes füllen die Zuhörerränge bei der Ratssitzung im Haus Ringerbrüggen.

Zielvorgabe bei einem Wohnungsbrand ist es, dass innerhalb von zehn Minuten nach der Alarmierung ein Feuerwehrfahrzeug mit den ersten Kräften am Einsatzort ankommt. Dieses Ziel wird bei einem Einsatz in der Gemeinde Laar in der Regel nicht erreicht, ist sich der Gutachter sicher. Daher schlägt er langfristig den Aufbau eines Feuerwehrstandortes in Laar vor. Kurzfristig sollte neben der Zusammenarbeit mit der brandweer in Coevorden auch eine Zusammenarbeit mit der brandweer in Gramsbergen angestrebt werden.

Den „höchsten“ kurzfristigen Handlungsbedarf sieht der Gutachter bei der Lösung der Raumprobleme im Gerätehaus der Ortsfeuerwehr Hoogstede. Hier stehen die Fahrzeuge in einer Doppelreihe sehr dicht nebeneinander. Zudem gibt es für die Einsatzkräfte keinen Umkleideraum. Sie ziehen sich in der Enge der Fahrzeughalle um. Und das während die Motoren der Einsatzfahrzeuge bereits gestartet sind, um die Druckluftbremsen einsatzbereit zu machen. Eine Absauganlage für die Abgase gibt es aber nicht. Der Einbau einer Absauganlage für die Abgase war bereits geplant, ist von der Samtgemeinde jedoch zurückgestellt worden, um zunächst die Ergebnisse des jetzt vorgelegten Bedarfsplanes für den Brandschutz in der Samtgemeinde Emlichheim abzuwarten.

Lösen wollen die Gemeinde Hoogstede und die Samtgemeinde Emlichheim offenbar auch den eigentlichen Grund des Raumproblems: Im Gerätehaus in Hoogstede sind die Feuerwehr und das Rote Kreuz unter einem Dach untergebracht. Das in Hoogstede starke DRK hat in früheren Jahren einen ABC-Zug vorgehalten, derzeit machen die Einsatzkräfte noch regelmäßig Messungen im Grafschafter Teil eines Radius um das Atomkraftwerk Lingen.

Daher versichert der CDU-Fraktionsvorsitzende im Samtgemeinderat und designierte Bürgermeister von Hoogstede, Fritz Berends: „Wir haben ein Interesse daran, das DRK in Hoogstede zu halten“. Man sei mit allen Beteiligten in eine Diskussion zur Lösung der Probleme eingestiegen. Konkret heißt das offensichtlich: Es wird nach einem neuen Standort für das DRK gesucht. Eigentümerin des Gerätehauses an der Bergstraße ist die Samtgemeinde, die vornehmlich ihr Platzproblem für die Feuerwehr lösen muss.

„Mit den Zuständen im Gerätehaus in Hoogstede kann man dauerhaft nicht leben“, sagt auch Kreisbrandmeister Uwe Vernim. Vor allem der Einbau einer Absauganlage für die Abgase in der Halle sei dringend geboten. Der Kreisbrandmeister will den Bedarfsplan für den Brandschutz genau studieren.

Quelle:Grafschafter-Nachrichten 16.09.2011

 

 


Altes erhalten aus Freude an der Feuerwehr

Emlichheimer Albert Gielians hat in zehn Jahren ein umfangreiches Archiv aufgebaut

In 35 dicken Aktenordnern hat Albert Gielians die Geschichte der Feuerwehr Emlichheim dokumentiert. Der 78-Jährige, der seit mehr als 60 Jahren in der Feuerwehr tätig ist, widmet sich seit zehn Jahren dieser Aufgabe.

Von Andre Berends - Emlichheim. Wenn Albert Gielians von der Feuerwehr erzählt, dann gerät er regelrecht ins Schwärmen. „Die Feuerwehr ist für mich mein Ein und Alles“, sagt er. Der 78-jährige Emlichheimer ist den ehrenamtlichen Rettungskräften vor 61 Jahren beigetreten. Da war er gerade 17 Jahre alt – und eigentlich noch ein Jahr zu jung, um zu Einsätzen ausrücken zu können: „Damals, einige Jahre nach Kriegsende, gab es in Emlichheim zu wenige Feuerwehrleute. Man hat mich gefragt – und ich musste dann zuerst meinen Chef fragen und bin schließlich mit seiner Zustimmung eingetreten.“

Aus dem aktiven Dienst ist Albert Gielians mit dem Erreichen der Altersgrenze im Jahr 1994 ausgetreten. Seitdem engagiert sich der gelernte Tischler in der Alters- und Ehrenabteilung, deren Sprecher er bis vor zwei Jahren noch war. Mit einer Versetzung in den Ruhestand hatte der Wechsel in die „Renterband“ der Feuerwehr für Albert Gielians nichts zu tun. Im Gegenteil: Wo eine helfende Hand gebraucht wird, ist er immer zur Stelle. Als man im Feuerwehrhaus nicht mehr wusste, wohin mit den vielen Pokalen, baute Albert Gielians zum Beispiel kurzerhand mehrere Regale. Seit etwa zehn Jahren widmet sich der rüstige Rentner einer Mammut-Aufgabe, die er sich selbst gestellt hat und die viel Zeit kostet. Er hat ein Archiv aufgebaut.

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich bei der 1902 gegründeten Feuerwehr so einiges an Dokumenten angesammelt. „Das meiste hat völlig unsortiert in Plastikkörben im Keller gelagert. Dort war es feucht, sodass ein Großteil der Papiere etwas muffig geworden war“, erinnert sich Albert Gielians. In ihm reifte schließlich die Idee, eine gewisse Struktur in die Sammlung zu bringen. „Aus Freude an der Feuerwehr möchte ich Altes erhalten. Man soll ganz einfach mal nachblättern und schnell herausfinden können, wann was gewesen ist“, erklärt der 78-Jährige.

In einem bis unter die Decke reichenden, im vergangenen Jahr von ihm selbst gebauten Holzschrank im Medienraum der Feuerwehr hat Albert Gielians bislang 35 Aktenordner untergebracht. Dort sind viele Einsätze dokumentiert, Ehrungen, sämtliche Protokolle seit 1965, Fahrzeugübergaben, Wettbewerbsresultate, Jubiläumsfeiern – und sogar Lieder, die zu festlichen Anlässen selbst gedichtet wurden. Außerdem hat Albert Gielians jede Menge Fotos zusammengetragen. Gelegen kam ihm, dass er selbst zu Hause seit vielen Jahren GN-Zeitungsausschnitte über die Tätigkeit seiner Kameraden gesammelt hatte. „Da hatte ich schon mal einen Fundus, auf dem ich aufbauen konnte“, sagt er. Er hat auch Schriftstücke aus den Anfangsjahren der Feuerwehr gesammelt. Zwischen 1903 und 1934 klafft jedoch eine Lücke. Die zu schließen hat er sich zu seiner nächsten Aufgabe gemacht.

Das Sammeln, Sichten und Sortieren erledigt Albert Gielians nicht im Feuerwehrhaus. Das macht er zu Hause am Küchentisch. Wenn die Arbeit an einem Ordner abgeschlossen ist, stellt er ihn in den Holzschrank im Medienraum des Feuerwehrhauses. „Ich hoffe, dass die heute Aktiven in 20 Jahren diese Aufzeichnungen zu schätzen wissen“, erklärt Albert Gielians. Bislang sind es vor allem die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung, die sich gerne mal einen Ordner schnappen und in ihrem Raum im Keller des Feuerwehrhauses bei einem Bier blättern und in Erinnerungen schwelgen.

Albert Gielians hat sich übrigens nicht nur in der Emlichheimer Feuerwehr engagiert, auch auf Kreisebene war er lange Zeit aktiv. Im Jahr 1973 war er zum Beispiel Mitbegründer der Jugendfeuerwehr. Bis 1989 kümmerte er sich als Kreisjugendfeuerwehrwart um den Nachwuchs. Er hat im Laufe der Jahre viele Ehrungen auf Landes- und Bundesebene erfahren. In der Regel gab es dann neben lobenden Worten immer auch eine Urkunde. Und auch diesen mittlerweile ziemlich dicken Stapel hat Albert Gielians – wie könnte es anders sein – fein säuberlich in einem Ordner abgeheftet. Der wiederum steht nicht im Archiv der Feuerwehr Emlichheim, den bewahrt der Archivar zu Hause auf.

Foto:Feuerwehr Emlichheim/H.Gosink

Text Quelle:Grafschafter Nachrichten vom 05.08.2011